Das Buch zum Sonntag (58)

Für die heute beginnende Woche empfehle ich der geneigten Leserschaft zur Lektüre: Gaius Iulius Caesar: Der gallische Krieg Die Eroberung Galliens durch die römischen Truppen unter Caesar ist ja hinlänglich bekannt. “Ganz Gallien ist von den Römern besetzt…” bis auf ein paar übermütige gallier, die den römischen Helden mit “Morgen, Julius!” begrüßen und im Übrigen … Weiterlesen

Nebelwerfer. Eine Polemik.

Ich wollte ja eigentlich nicht. Dieses Mal, sagte ich mir immer wieder, dieses Mal gibst Du nicht auch noch Deinen Senf dazu. Aber der innere Senfproduzent ließ sich von der angeordneten Kurzarbeit überhaupt nicht beeindrucken und da zu viel Senf im Bauch den Magenschleimhäuten schadet, muß ich nun doch. Es wäre denn auch sehr einfach, … Weiterlesen

Von Sachsen und anderen Anhaltern

Der Tag fing schon nicht gut an. Zwar erfüllte der Wecker getreulich seine Pflicht, lag aber unglücklicher Weise in unmittelbarer Reichweite meiner Hand, so daß die teuflische Funktion “Snooze-Taste”, deren Erfinder von allen zum pünktlichen Aufstehen verpflichteten Zeitgenossen wohl schon hundertmal verflucht wurde, problemlos nutzbar war. Ich stand also eine Stunde später als geplant auf. Was den sorgfältig geplanten Zeitplan gehörig ins Schwanken brachte, aber kompensierbar war.

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Das Buch zum Sonntag (57)

Für die heute beginnende Woche empfehle ich der geneigten Leserschaft zur Lektüre: Wladimir Kaminer: Russendisko Bereits in den ersten Wochen dieser Buchempfehlungsreihe wurde aus der geneigten Leserschaft der Wunsch an mich herangetragen, auch einmal Literatur zu empfehlen, die nicht zu ergründen sucht, was die Welt im Innersten zusammenhält. Und da ich schon immer mal den … Weiterlesen

Erinnerung: Gachmuret feat. Der Hausheilige & Kollegen – live.

Wem es im März nicht vergönnt war, der Lesung aus Texten des Hausheiligen beizuwohnen oder wem es so gut gefallen hat, daß eine Wiederholung wünschenswert wäre, hat nun die Gelegenheit dazu, mir erneut zu lauschen. Im Programm des diesjährigen Sachsen-Anhalt-Tages, der in diesem Jahr in Weißenfels stattfindet, gibt es den Programmpunkt “Stille Schätze”, mit dem … Weiterlesen

Das Buch zum Sonntag (56)

Für die morgen beginnende Woche empfehle ich der geneigten Leserschaft zur Lektüre: Golo Mann: Deutsche Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts Die Trennung von Geschichtsschreibung und Literatur ist recht jung. Ein Wolfram von Eschenbach hätte kaum Gehör gefunden, behauptete er die Fiktionalität seines “Parzival”. Denn selbstverständlich berichtete er von wahren Ereignissen. Die Mehrdeutigkeit des Wortes … Weiterlesen

Das Buch zum Sonntag (55)

Für die morgen beginnende Woche empfehle ich der geneigten Leserschaft zur Lektüre:

Franz Schuh: Hilfe! Ein Versuch zur Güte

Franz Schuh, der in diesem Blog bereits empfohlen wurde, ist ein glänzender Essayist*. Was meine Aufgabe hier nicht eben leichter macht, denn beim Herangehen an die heutige Empfehlungsaufgabe las ich mich an jeder aufgeschlagenen Stelle sofort fest und folgte den Gedankengängen des Autors über viele Seiten, während derer er immer mal wieder vom Wege abging, links und rechts ein paar Blümen pflückte, einen pittoresken Strauß band, nur um ganz unvermittelt wieder auf dem Pfade des Grundgedankens aufzutauchen, ihm einige Schritte zu folgen, ehe eine verführerisch duftende Pflanze ihn wieder in Wiese, Wald oder Lichtung driften ließ. So, wie das im Essay auch sein sollen. Und als wahrer Könner seines Faches entläßt er den Lesenden denn auch aus keinem Text, ohne tatsächlich am Ausgangspunkt anzuknüpfen.
Im heute empfohlenen Band arbeitet sich Franz Schuh am vieldeutigen Begriff der Güte ab. Denn “gut” vermag nun so einiges sein.
So geht er beispielsweise der Frage nach, was denn von der medial aufwändig inszenierten Güte begüterter Gesellschaftsmitglieder zu halten sei:

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Sadako

Kriege fordern immer Opfer. Und diese sind keineswegs nur heroisch im edlen Zweikampfe für Gott, Kaiser und Vaterland gefallene Ritter. Das sind so Märchen. Und gerade das zwanzigste Jahrhundert hat dem Kriege die Mittel an die Hand gegeben, seine wahre Natur, seine ganze Fratze in größter Deutlichkeit zu offenbaren. Wer heute noch allen Ernstes behauptet, … Weiterlesen