Das Buch zum Sonntag (70)

Prolog: Wie die ganz wunderbare @missmarple76 formulierte, war bei mir heute „Intra-familiärer Kleinstbackwerkerzeugungssonntag“. Zudem hatte die Traumtochter™ einen nachmittäglichen Chor-Auftritt und sich der Faszination eines Weihnachtsmarktes im Dunkeln zu entziehen, kann von Kindern im präpubertären Alter schlicht nicht verlangt werden. Gestern Abend war ich viel zu müde (Stichworte: Buch = wunderbares und wertiges WeihnachtsGeschenk >> … Weiterlesen

Sagt mal, geht’s noch?

Bizarr.
Was sich in diesem Lande gerade abspielt, ist einfach nur bizarr.
Wenn Terror eine Idee hat, dann die, dasjenige System zu destabilisieren, gegen den er sich richtet. Das ist immer dann ein probates Mittel, wenn man sich in einer unterlegenen Position sieht. Und nicht selten führt das auch zum Erfolg, denn der große Vorteil an dieser taktik ist die eigene Unsichtbarkeit. Man bildet einen Gegner, der nicht zu fassen ist, der immer und überall auftauchen kann und genauso schnell wieder verschwindet (auf Selbstmordattentäter zu setzen ist dabei übrigens ein bemerkenswerter Schachzug, denn es entfällt dabei die Notwendigkeit, über Fluchtwege, das Unbemerktbleiben nach der Tat nachzudenken, was die Planungen unglaublich vereinfacht und völlig neue Optionen eröffnet). Ein zu fassender, damit letztlich nicht zu definierender Gegner aber ist extrem gefährlich. Wer immer sich mit Militärgeschichte befaßt hat, weiß, daß Unberechenbarkeit ein kaum zu bemessender strategischer Vorteil ist. Freischärler aller Zeiten arbeiteten da nach demselben Prinzip. Und das sollte man sich erst einmal vergegenwärtigen, denn ich glaube, daß es zum Verständnis unbedingt notwendig ist, sich dieser Traditionslinien bewußt zu sein. Dann nämlich erst kann es gelingen, zu verstehen, was die Leute antreiben könnte.
Ich bin sicher, sehr viele in der geneigten Leserschaft kennen dieses Bild aus dem Schulunterricht:

Goya

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Das Buch zum Sonntag (69)

Für die heute beginnende Woche empfehle ich der geneigten Leserschaft zur Lektüre: Kurt Tucholsky: Schloß Gripsholm. Eine Sommergeschichte Tucholsky gilt gemeinhin, und das nicht zu Unrecht, als Meister der kleinen Form. Merkwürdigerweise hat das hierzulande, wo man eine geradezu kultische Verehrung für den Roman hegt, tatsächlich einen pejorativen Anklang. Zumindest die Hochkritik akzeptiert einen Schriftsteller … Weiterlesen

Zirkus Sarrazini

Es ist ja alles nicht so einfach. Die Kollegen und Kolleginnen in der geneigten Leserschaft werden mir stoßseufzend zustimmen (übrigens gibt es für Stoßseufzer auch kaum einen besseren Tag als den heutigen): Kunden, die sich einen Buchtitel, einen Autor oder die Farbe des Umschlags korrekt gemerkt haben, sind selten.* Und natürlich sind immer die doofen … Weiterlesen

Viel Lärm um Nichts

Zum Wochenendeende sei noch ein Verweis auf eine andere Seite im Netz gegeben. Bekanntermaßen lebt das Zwischennetz ja genau von diesen Verknüpfungen. Dem seien aber noch einige einleitende Worte vorausgeschickt. Ich kann unmöglich auf den Blog von Tobias Wimbauer verweisen ohne zugleich auf diesen Beitrag im „Umblätterer“ aufmerksam zu machen, in dem das Phänomen Wimbauer … Weiterlesen

Das Buch zum Sonntag (68)

Für die heute beginnende Woche empfehle ich der geneigten Leserschaft zur Lektüre: Thomas Lang: Bodenlos Mein Beruf bringt es mit sich, daß ich weit seltener von anderen auf Bücher hingewiesen werde als umgekehrt. Zudem stellt sich im Laufe der Jahre durchaus eine geiwsse Sättigung ein. So habe ich beispielsweise schon sehr lange kein Fantasy-Buch mehr … Weiterlesen

Das Buch zum Sonntag (67)

Für die heute beginnende Woche empfehle ich der geneigten Leserschaft zur Lektüre: Das Nibelungenlied Uns ist in alten mæren wunders vil geseit von helden lobebæren, von grôzer arebeit, von fröuden, hôchgezîten, von weinen und von klagen, von küener recken strîten muget ir nu wunder hœren sagen. Ich weiß, es ist nicht besonders originell, einen Text … Weiterlesen