#Lesefreude, der Welttag des Buches und Decca

UPDATE, 29.04. 2013: Da nun doch weit mehr Menschen teilnehmen als ich zu hoffen wagte, habe ich mir überlegt, die Preise etwas breiter aufzustellen. Es gibt jetzt folgende Gewinnmöglichkeiten: 1. Preis: Das Frank-Fischer-Komplettpaket bestehend aus: »Weltmüller«, »Südharzreise«, »Der Louvre in zwanzig Minuten«, »Die Zerstörung der Leipziger Stadtbibliothek im Jahr 2003« und den beiden von Frank … Weiterlesen

Immer auf die Großen

Ich weiß nicht, wie das in anderen Branchen so ist, da ich nur eine sehr aufmerksam verfolge. Aber die Buchbranche befindet sich, folgt man den Aussagen in den üblichen Branchenmagazinen, zumindest in den fast 14 Jahren, die ich sie beobachte, in einem schwerwiegenden Umbruch, Strukturwandel und einem für die Marktteilnehmer permanent zunehmenden Druck.

Wollte man den hyperventilierten BWL-Phrasen folgen, müssten wir inzwischen eigentlich schon Pizza verkaufen oder zumindest doch mit Burnout irgendwo in der Ecke liegen. Man stelle isch das vor: 14 Jahre lang jeden Tag auf Arbeit zu gehen, ohne zu wissen, ob es die eigene Branche morgen noch gibt. Da kann man ja nur verrückt werden.

Inzwischen habe ich ja eh die Überzeugung gewonnen, dass die Wirtschaftswissenschaftler die Rolle der Priesterschaft (im altägyptischen Sinne) übernommen haben. Mit ganz ähnlicher Methodik. Aber das ist ein anderes Feld, mir soll es um etwas anderes gehen.

Richtig ist natürlich, dass der verbreitende Buchhandel heute anders aussieht als vor 30 Jahren. Im Vergleich zur Metamorphose von Bergbaukonzernen, die jetzt Urlaubsreisen verkaufen, finde ich die Branche aber doch recht stabil und Wandel ist ein Kennzeichen der Moderne, wenn nicht überhaupt der ganzen Neuzeit.

Offenbar aber haben die Romantiker ganze Arbeit geleistet und so ist das mittelalterliche Ideal einer gleichbleibenden, unveränderten Weltordnung weiterhin tief verwurzelt. Über jede Veränderung wird geklagt, gejammert, geschimpft oder doch zumindest geseufzt. Und das kommt mir doch zumindest in einer Konsumbranche etwas merkwürdig vor.

Über das merkwürdige Verhalten einiger geschäftsinhabender Buchhändler in der »Umbruchszeit« wird an anderer Stelle zu reden sein*, mir soll es heute um die kognitive Dissonanz der Kunden gehen.

Ganz egal, ob es um den rasanten Filialausbau der Großfilialisten geht (das Umbruchsthema der 90er Jahre und der ersten Jahre nach 2000 – wer meiner Einschätzung von BWLern nicht folgen möchte, lese sich deren Analysen zu dieser Zeit durch und vergleiche sie mit der heutigen Situation. Menschen sollten einfach keine Zukunftsprognosen abgeben…) oder den x-ten Trend zum Versandbuchhandel nebst dessen Monopolisierungstendenz, jedes Mal wird auf die bösen Großen geschimpft.

Thalia mache die kleinen Buchhandlungen kaputt, amazon auch, wenn nicht überhaupt gleich den ganzen Buchhandel. Das ist wohlfeil. Die Großen wollen auch nur spielen, genau so wie alle anderen auch. Aus den verschiedensten Gründen sind sie dabei eben erfolgreicher als andere.

Ignoriert wird dabei nämlich, dass weder Thalia, Hugendubel oder amazon irgendjemanden zerstören – es sind die Kunden, die das tun. Was genau hindert sie denn daran, woanders einzukaufen? Wenn es mir wichtig ist, eine kleine Buchhandlung in der Nähe zu haben, dann kaufe ich da ein. Wenn ich amazon doof finde, lasse ich mein Geld nicht da. Das ist ganz einfach.

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Mein Schreibtisch

Wir schreiben das Jahr 2013. 2013 ist ganz offiziell Henry-van-de-Velde-Jahr (und Wagner-Jahr und Verdi-Jahr und Marx-Jahr und überhaupt wird das allmählich inflationär, für Luther ist man ja schon zur Dekade übergegangen). Mit Henry an de Velde verbindet mich nicht sehr viel, wie ich überhaupt gestehen muss, dass Kunst und Kunsthandwerk es leider nie in den … Weiterlesen